Die Schilddrüse ist ein kleines Organ im Halsbereich, welches einen riesigen Einfluss auf unseren gesamten Körper hat. Bei Hashimoto-Thyreoiditis – einer Autoimmunerkrankung – greift das Immunsystems spezifische Proteine der Schilddrüse an. Deshalb verliert die Schilddrüse bei diesem Angriff Gewebe und wird meistens immer kleiner. Weniger funktionsfähiges Schilddrüsengewebe ist gleichbedeutend mit immer weniger Funktion. Im Wesentlichen wird in der heutigen Medizin diese Problematik der Unterfunktion behandelt. Und zwar mit L-Thyroxin.
Die Autoimmunität wird als unbehandelbar und irreversibel angesehen. Wird „nur“ die Schilddrüsenunterfunktion behandelt, also ohne eine nachgewiesene Autoimmun-Thyreoiditis, ist die Behandlung dieselbe – es gibt Thyroxin. Hinterfragt warum jemand eine Unterfunktion ohne Autoimmunität der Schilddrüse hat, wird in aller Regel nicht. Die Diagnose einer Autoimmunerkrankung braucht oft 10 bis 15 Jahre, obwohl Menschen in der Zeit bereits mit diversen Symptomen bei Ärzten sitzen und um Rat suchen.
Laut Statistik sind Frauen im Verhältnis zu Männern 10x öfter betroffen. Insgesamt machen diagnostizierte Hashimoto Fälle etwa 3% der deutschen Bevölkerung aus. Man geht aber von einer sehr großen Dunkelziffer zwischen 8% und 10% aus. Für die Ursachenforschung gibt es keine Dringlichkeit, denn der Mensch stirbt nicht von dieser Erkrankung und es gibt ein Medikament, welches den Hormonmangel ausgleichen soll.
Das Hinterfragen nach der Ursache ist aber genau das, was Betroffenen helfen kann, ihre Symptomatiken in den Griff zu bekommen. Dass man an einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht stirbt, ist die eine Sache, allerdings kommt die Erkrankung tatsächlich selten allein und oft mit lebenseinschränkenden Symptomen daher, die keiner auf das autoimmune Geschehen bezieht. Menschen mit Hashimoto, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, entwickeln häufig auch andere Autoimmunerkrankungen.
Häufig verbunden ist die sogenannte Autoimmunthyreoiditis mit Zöliakie oder einer Autoimmungastritis. Seltener kommt es vor, dass Menschen gleichzeitig an Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow erkranken. Morbus Basedow erzeugt aufgrund von Antikörpern gegen das TSH, welches von der Hypophyse ausgesendet wird, eine Überfunktion der Schilddrüsenhormone, was tatsächlich lebensbedrohlich sein kann.
Aber auch Menschen ohne die Diagnose einer Autoimmunthyreoiditis, dafür aber mit einer Schilddrüsenunterfunktion – der sogenannten Hypothyreose – können durch den unbehandelten chronisch Zustand Folgeerkrankungen erleiden.
Eine dauerhafte Unterfunktion der Schilddrüse geht zum Beispiel oft mit Insulinresistenzen und dann in der Folge auch mit Diabetes Typ 2 einher.
Typische Symptome einer Hashimoto Thyreoiditis oder Schilddrüsenunterfunktion
- Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme
- Herzrasen oder ein sehr niedriger Blutdruck und die Neigung zu Ohnmachtsanfällen
- Bluthochdruck oder Herzstolpern
- Brain Fog und Konzentrationsstörungen, manchmal auch Wortfindungsstörungen
- Depression
- Panikattacken
- Angststörungen
- eine generell verminderte Stress Toleranz
- Antriebsschwäche bis hin zur Fatigue
- Muskel- und Gelenksschmerzen
- Müdigkeit und ein erhöhtes Schlafbedürfnis
- Wassereinlagerungen, Ödeme
- Morgendliche Kopfschmerzen, Migräne
- Haarverlust und oft auch Verlust der äußeren Augenbrauen
- Verstopfung oder Verstopfungsdurchfälle
- Magen- und Darm Beschwerden
- trockene, zur Blässe neigende Haut
- Die Fähigkeit Kälte oder Hitze auszuhalten und gegen zu regulieren, ist oft stark herabgesetzt
- Häufiges Frieren oder kalte Extremitäten
In früheren Stadien der Krankheit können Betroffene zwischen einer Überfunktion (Hyperthyreose) und Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse hin und her schwanken. Auch die Schilddrüsenwerte, die der Arzt messen kann: TSH-Wert, ft3, ft4, können tatsächlich in einem akuten Schub eine Schilddrüsenüberfunktion anzeigen. Wenn man das Gefühl hat an einer Schilddrüsenkrankheit zu leiden, kann es sinnvoll sein die Werte öfter messen zu lassen und auf eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse beim Facharzt zu bestehen. In schweren Fällen kann es auch zu einer akuten Schilddrüsenentzündung kommen. Viele merken in Phasen der Entzündung der Schilddrüse ein Druckgefühl im Hals – eine Art Klos, der sich nicht herunterschlucken lässt. Andere haben Halsschmerzen, ohne dass der Arzt eine Rötung im Hals feststellen kann.
Diagnose einer Hashimoto Thyreoiditis
Der Arzt sollte in jedem Fall bei Verdacht alle benötigten Werte im Blut messen lassen. Zu häufig wird vom Hausarzt nur der TSH – das Thyroidea-Stimulierende Hormon – gemessen. Dies ist ein Steuerungshormon der Hypophyse – der sogenannten Hirnanhangdrüse – die der Schilddrüse angibt, ob sie weiteres Thyroxin produzieren muss. Das Problem hieran ist, dass der TSH gerade in den Anfangszeiten der Erkrankung durchaus normal oder sogar normal niedrig sein kann.
Denn bei Attacken des Immunsystems auf das Schilddrüsengewebe werden aus dem zerstörten Gewebe darinsitzende Schilddrüsenhormone freigesetzt, die eine entsprechende Senkung des TSH erzeugen können. Ein erhöhter TSH wäre für den Arzt erst das Zeichen an eine Schilddrüsenunterfunktion zu denken und dann weitere Parameter wie das freie T4, das freie T3 und die Antikörper TPO-AK (MAK) und TG-AK messen zu lassen. In der Praxis wird oft nur der TSH gemessen und damit endet dann bei normalem TSH die weitere Untersuchung.
Tatsächlich sagt die Leitlinie hier etwas anderes und empfiehlt bei entsprechenden Beschwerden die weitere Ursachenforschung (Leitlinie). Unserer Meinung nach, sind hier die Laborkosten und der Aufwand das Problem, weshalb die Ärzte nicht weiter auf ihre Patienten eingehen können. Wir sehen hier das budgetbasierte Gesundheitssystem und nicht den behandelnden Hausarzt als das eigentliche Problem, unter dem der Patient am Ende zu leiden hat. Einfacher hat man es hier, wenn man gleich zu einem Endokrinologen oder Radiologen geht. Denn die Budgets der Fachärzte für bestimmte Labor Parameter ihres Fachgebietes sind dann deutlich größer bemessen. So zwingt dich das System, wann immer nötig den Facharzt aufzusuchen.
Da es auch eine seronegative Form der Hashimoto-Thyreoiditis gibt, bei der keine der standardmäßig zu prüfenden Antikörper nachweisbar sind, ist es unabdinglich bei Symptomen auch einen Ultraschall durchführen zu lassen. Vor allem wird hier darauf geschaut, ob die Schilddrüse inhomogen und echoarm ist, was ein Zeichen für Schädigungen an den Schilddrüsenzellen darstellt.
Typische Behandlung einer Autoimmunthyreoiditis
Behandelt werden in der Regel ausschließlich die Symptome der Schilddrüsenunterfunktion. Gemeinhin wird hier behauptet, dass die Gabe von L-Thyroxin die Symptomatik verstummen lassen sollte. Dies funktioniert tatsächlich auch für viele Menschen zumindest in den Anfängen nach der Diagnose. Nach einiger Zeit stellen sich bei vielen aber schleichend wieder Symptome ein, die sie kennen, während andere Symptomatiken sich vielleicht auflösen. An dieser Stelle sei dann auch betont, dass die Symptomatiken nicht ausschließlich von der Schilddrüse selbst stammen. Natürlich kommt ein Teil dessen von fehlenden Schilddrüsenhormonen, aber ein großer Teil ist der Autoimmunität geschuldet.
Bei einem Angriff auf das Schilddrüsengewebe entzündet sich diese. Da dieser Vorgang immer wieder getriggert wird, spricht man auch von einer chronischen Schilddrüsenentzündung. Dieser Entzündungsherd im Körper hat weitere Folgen. Es werden Entzündungsparameter freigesetzt, auf die der Körper reagiert. Es ist ein Stresszustand, in dem sich der Betroffene befindet. In dieser Situation kommt es zu unspezifischen Symptomen. Sie werden von Ärzten deshalb als unspezifisch bezeichnet, weil sie hier keinen direkten Zusammenhang herstellen können zwischen Laborparametern und Befinden des Patienten.
Ein weiterer Aspekt ist, dass die Schilddrüsenantikörper sich nicht nur gegen die Schilddrüse richten, sondern auch andere Gewebe betreffen können. Betroffen sein können Sehnen & Gelenke, Teile des Muskelapparates sowie das Cerebellum, ein Teil des Gehirns. In Deutschen Laboren gibt es hier unseres Wissens zurzeit keine entsprechenden Tests zu. In den USA lassen sich diese aber über ein Cyrex Panel testen. Vor allem Datis Kharrazian hat hierzu geforscht. Wichtig ist hierzu zu wissen, dass es bisher keine klinische Anerkennung dieser Hypothesen gibt und die Thematiken vor allem in der funktionellen Medizin untersucht werden. Nur weil es hier keine Anerkennung gibt, heißt es nicht, dass dies für Betroffene nicht wahr sein kann. Es bedeutet nur, dass man hier in der Forschung steckt.
Eine Behandlung gegen diese Folgen der Autoimmunität gibt es nicht. In seltenen Fällen werden Immunsuppressiva in Betracht gezogen. Diese bringen aber wiederum ihre eigenen Problematiken mit sich. Dasselbe gilt für den Einsatz von sogenannten NSAIDs bei Entzündungen – nicht steroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen. Auch die sind für eine regelmäßige Anwendung nicht geeignet.
Für Betroffene ist es deshalb sinnvoll die Trigger / Stressoren für die Autoimmunität zu finden und seinen Lebensstil und seine Ernährung anzupassen, um die Krankheit in Remission zu bringen. Remission bedeutet, dass es zu keinen akuten Schüben mehr kommt und man symptomfrei leben kann. Man muss sich bewusst sein, dass das Managen seines Stresses das A und O ist, denn die Krankheit als solche scheint nicht heilbar zu sein. Es ist also möglich die Autoimmunität und damit die Angriffe auf das Schilddrüsengewebe zu unterbinden und damit seine Krankheit so zu managen, als wäre sie nicht da. Das ist eine lebenslange Aufgabe und gelingt vielen Betroffenen mal mehr und mal weniger gut.
Anatomische Lage der Schilddrüse und ihre Funktionen
Die Schilddrüse befindet sich auf der Luftröhre kurz unterhalb des Kehlkopfes und hat einen rechten und einen linken Lappen. Diese Lappen sind durch einen schmalen Streifen Gewebe, den Isthmus, verbunden. Die Größe der Schilddrüse wird beim Ultraschall meistens in ml gemessen und bezieht sich entweder auf beide Lappen zusammen und wird mit einem Gesamtvolumen beziffert oder einzeln pro Seite aufgeführt. Für Erwachsene liegt das normale Gesamtvolumen der Schilddrüse in der Regel bei etwa 10-18 ml, abhängig von Geschlecht, Alter und Region. Bei der Hashimoto-Thyreoiditis ist es so, dass der Betroffene Antikörper gegen bestimmte Proteine wie der Thyreoidalen Peroxidase (TPO-AK) oder gegen das Glykoprotein Thyreoglobulin (TG-AK) ausbilden kann. Zu sehen sein kann dies auch im Ultraschall der Schilddrüse, die dann zerklüftet aussieht und viele schwarze „Flecken“ zeigt. Die Mediziner sprechen dann von einer echoarmen, unregelmäßigen oder inhomogenen Struktur.

Im Verlaufe einer Hashimoto-Thyreoiditis schrumpft die Schilddrüse, weil das Immunsystem das Gewebe angreift und zerstört. Das Enzym Thyreoperoxidase (TPO) wandelt in der Schilddrüse Jodid (nicht Kaliumjodid) in eine verwertbare Form um, die dann zur Produktion von Thyroxin (T4) führt. Der Angriff des Immunsystems auf TPO und andere Schilddrüsenstrukturen führt zu einer chronischen Entzündung und letztlich zu Gewebeschäden.
Etwas seltener kann sich bei Hashimoto ein Kropf (Struma) bilden, der eine Vergrößerung der Schilddrüse darstellt. Dies ist in der Regel auf autoimmunbedingte Entzündungen zurückzuführen, kann aber auch durch Jodmangel, bestimmte Medikamente wie Lithium oder Schilddrüsenknoten verursacht werden. Bei sehr großen Kropfbildungen kann eine chirurgische Entfernung erforderlich sein.
Die Schilddrüse produziert entscheidende Hormone für den Stoffwechsel, insbesondere T3, das in fast alle Zellen und Organen im Körper wirkt. Es steuert:
- unsere Stoffwechselrate
- verlangsamt oder beschleunigt unsere Herzfrequenz
- beeinflusst die Geschwindigkeit, mit der sich die Nahrung durch den Verdauungstrakt bewegt
- beeinflusst vor allem bei Föten und Kindern die Gehirnentwicklung
- beeinflusst, wie unsere Muskulatur sich anspannt und entspannt
- steuert, wie schnell unser Körper absterbende Zellen ersetzt (Steuerung von Haut- und Knochenerhalt)
- beeinflusst unsere Körpertemperatur
- beeinflusst den Zyklus der Frau
- und vieles mehr

Ein entscheidender Punkt bei der Schilddrüsenfunktion ist, dass einige Hormone nicht nur in der Schilddrüse, sondern auch in anderen Organen umgewandelt werden. In der Schilddrüse wird überwiegend Thyroxin (T4) unter der Einwirkung von Thyreoperoxidase (TPO) produziert, wobei Jod an das Protein Thyreoglobulin gebunden wird. Ein gewisser Anteil an Trijodthyronin (T3) wird ebenfalls in der Schilddrüse gebildet. T4, das hauptsächliche Hormon der Schilddrüse, fungiert mehrheitlich als Speicherform und wird im Körper, insbesondere in der Leber, Nieren, Gehirn und im Darm, in das aktive T3 umgewandelt. Rein faktisch können nahezu alle Gewebe in unterschiedlichem Ausmaß T4 in T3 konvertieren, um die lokalen Bedürfnisse zu decken. T3 ist das Hormon, das direkt an den Zellrezeptoren wirkt und den Stoffwechsel steuert. Dieser Prozess läuft hoch effizient ab. Das System wird durch den Hypothalamus und die Hypophyse im Gehirn kontrolliert, die den Hormonspiegel überwachen und anpassen.
Vereinfacht formuliert: Das Hormon T4 selbst, ist mit Ausnahmen im Wesentlichen eher so etwas wie ein Kühlschrank – also ein Vorrat. Aus diesem Vorrat bildet der Körper das aktive Hormon T3.
Bei diesem Schilddrüsenhormonsystem, welches im Grunde auf ein Just-in-Time Verfahren ausgelegt ist, ist es sinnvoll am Ort des Geschehens auch das benötigte Hormon entweder vorrätig oder aber schnell verfügbar zu haben. Just-in-Time bedeutet, dass das aktive T3 sofort zu jedem Zeitpunkt zur Verfügung stehen muss.
Stelle dir vor, du gehst zum Sport und powerst dich so richtig aus. Der Körper braucht dann in dem Moment, in dem du entschieden hast loszulegen, an den Zellen die benötigte „Magie“. Da das T3 deinen Stoffwechsel mitbestimmt, wäre es fatal, wenn es nicht verfügbar wäre. Nur T3, welches an den Rezeptor an den Zellen andockt, kann diese Magie entfalten. Da ist es doch sinnvoll, dieses auch überall herumliegen zu haben, oder aber instant umwandeln zu können. Muss es erst den langen Weg durch dein Blut transportiert werden, wäre der Zeitverzug schon ziemlich groß.
Was zeichnet eine Autoimmunerkrankung aus?
Direkt heraus sind wir heute nicht in der Lage zu benennen, was eine Autoimmunerkrankung auslöst. Aber es gibt einige Theorien hierzu, die mehr oder weniger logisch erscheinen.
In der funktionellen Medizin am bekanntesten ist sicherlich die Fass Theorie, die eine Verbildlichung von Kaskaden / Prozessen ist, die entstehen, wenn man in einem chronischen Stresszustand verharrt.
Das Fass füllt sich mit Stressoren, bis es überläuft, was dann eine Autoimmunerkrankung triggern kann. Welche Krankheit getriggert wird, soll von genetischen Prädispositionen abhängen – also den persönlichen Schwächen. Wir mögen diese Theorie sehr, weil sie uns die Chance gibt, erstens unsere persönlichen Trigger zu eruieren und durch Lebensstilmaßnahmen zu eliminieren, aber auch weil sie eine metaphorische Beschreibung darstellt.
In der Wissenschaft würde man eher von einer multifaktoriellen Ätiologie sprechen, bei der genetische Prädispositionen, Umweltfaktoren und epigenetische Mechanismen zusammenwirken. Und weil die Theorie hervorhebt, dass es zwar übergeordnete Muster gibt, es aber durchaus individuell ist, was für einen persönlich chronischen Stress ausmacht, gibt dies einem die Chance selbst zu handeln. Viele dieser Stressoren sind zudem einfach aus unserer Umwelt zu entfernen, während andere evtl. problematischer sind. Aber jede Kategorie, die man angeht, wird dazu führen, dass das Fass etwas weniger gefüllt ist und damit dann auch die Autoimmuität ruht.
Was sind übergeordnete Stressoren, die Einfluss auf uns haben können?
Psychologische Stressoren
- Traumatische Erlebnisse
- Mobbing
- Partnerprobleme
- Emotionale Verhaltensmuster, die in der Kindheit erlernt wurden
- Ect.
Physiologische Stressoren
- Nährstoffmängel: fehlende Mikronährstoffe und Vitamine
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten, einschließlich Glutenunverträglichkeit
- Starke Blutzuckerschwankungen
- Übertraining
- Untertraining
- Akute Infektionen
- individuelle Immunkompetenz
- Chronische Infektionen
- Starke Verletzungen durch z.b. Unfälle, ect. (physisches Trauma)
- hormonelle Dysregulationen
- Ect.
Umwelt Stressoren
- Lichtmangel, fehlende Lichthygiene
- Hormonelle Disruptoren in Cremes, Plastik, ect.
- Umwelt Toxine
- Ect.
Die genannten Stressoren sind Beispiele und es gibt viele weitere. Wichtig ist zu verstehen, dass in der Regel diverse dieser Punkte auf einen zutreffen und zu verbessern sind. Es gibt vielleicht den letzten Stressor, der dann als Trigger für das Überlaufen des Fasses verantwortlich war, dies bedeutet aber nicht, dass es nur den einen Trigger zu eliminieren gibt.
Wie du dir vermutlich schon gedacht hast, sind die meisten dieser Trigger durch uns selbst auflösbar. Das bedeutet, dass du die Person bist, die ihr Leben selbst in den Griff bekommen kann.
Molecular Mimikry Theorie zur Entstehung einer Hashimoto-Thyreoiditis
Vor etwa 40 Jahren wurde ein Mechanismus in der Mikrobiologie entdeckt, bei dem Mikroorganismen wie zum Beispiel Viren oder Bakterien sich durch Nachahmung (Mimikry) von Oberflächenstrukturen ihres Wirts der Immunabwehr entziehen können. Salopp formuliert sehen die Organismen so aus wie Körperteile des Wirts und werden deshalb nicht als fremd erkannt.
In der Immunologie – also der Forschung zum Immunsystem des Menschen – wurden Ähnlichkeiten zwischen pathogenen Strukturen oder z.B. Nahrungsproteinen zu unseren körpereigenen Strukturen festgestellt. Die Theorie geht deshalb von einer „Verwirrung“ unsere Immunsystems aus, welches dann statt nur die „fremde“ Struktur anzugreifen, fälschlicherweise auch die körpereigenen Strukturen angreift.
Bei Hashimoto wird vor allem das von der Zöliakie bekannte Prolamin Gliadin, welches zusammen mit dem Glutelin (ein Proteingemisch) das Gluten bildet, verdächtigt ein Auslöser / Trigger für die Erkrankung zu sein. Tatsächlich haben Hashimoto Patienten dann auch in 8% der Fälle eine Zöliakie und Patienten mit Zöliakie haben in 8% der Fälle auch Hashimoto. Das klingt nicht besonders viel, ist aber durchaus eine signifikante Größe.
Tatsächlich ist es so, dass bestimmte Aminosäuresequenzen der Schilddrüse denen des Glutens sehr ähnlich sind. Übrigens gilt dies auch für weitere Nahrungsproteine, deren Verarbeitung bei einer Glutenunverträglichkeit gestört sein kann.
Ein Blick in die Ernährung und Magen- und Darmgesundheit bei Hashimoto ist dann auch ein sehr wichtiger Baustein auf dem Weg zur Besserung der Beschwerden, die Patienten haben. Die Idee, dass nur Patienten mit Magen-/Darmbeschwerden auf Gluten verzichten sollten, würden wir als Trugschluss bezeichnen. Denn auch hier ist bereits nachgewiesen, dass Glutenunverträglichkeiten – unabhängig vom Vorliegen einer Zöliakie – unterschiedlichste Symptomatiken mit sich bringen. Von psychologischen Symptomen wie Panikattacken über Hautauschlägen, Migräneanfällen oder Durchfällen/Verstopfung ist alles dabei.
Theorien zu den Ursachen von Hashimoto im Kontext
An dieser Stelle sei noch mal festgehalten, dass diese Theorien so lange ihre Gültigkeit besitzen, bis das Gegenteil bewiesen wurde. Auch wenn das Wort Theorie in dem Fall nicht mit Vermutung gleichzusetzen ist, da in der Wissenschaft Theorien gut mit Daten unterstützte Erklärungsmodelle sind, die auf einer Vielzahl von Forschungsergebnissen basieren. Dennoch können sie auch widerlegt werden, wenn wir zum Beispiel neues Wissen zu dem jeweiligen Thema erlangen.
Über die oben genannten Theorien hinaus, gibt es diverse weitere Annahmen zu der Entstehung von Autoimmunerkrankungen und im speziellen von Hashimoto-Thyreoiditis.
In diesem Kontext gilt wie immer in der Wissenschaft, dass man nur so lange etwas wirklich weiß, bis das Gegenteil bewiesen wurde. Warum betonen wir das so? Weil Betroffene sonst oft mit sich selbst keine Experimente eingehen, weil in wissenschaftlichen Studien ja angeblich bewiesen worden ist, dass zum Beispiel eine ketogene Ernährung keinen Vorteil gegenüber einer Ernährung mit deutlich mehr Kohlenhydraten gibt. Warum sollte ein Betroffener das dann probieren?
Viele vergessen, wenn sie von Wissenschaft und wissenschaftlichen Erkenntnissen sprechen, dass wir uns streng genommen in komplexen Zusammenhängen immer in Theorien bewegen und diese durchaus je nach Konstellation mit einem Mal nichtig werden können, obwohl sie zuvor als das logischste überhaupt erschienen. Und es gibt auch wissenschaftliche Errungenschaften, die sich nach Jahrzehnten des Glaubens hieran schlicht als falsch herausstellen (Cholesterin in der Ernährung hat keinen Einfluss auf die Herzgesundheit). In vielen Fällen hilft es Betroffenen, mit sich selbst zu experimentieren. Was bringt es einem Betroffenen, wenn 80% mit Methode X angeblich zum Ziel kommen, Methode X aber bisher nie für den Betroffenen funktioniert hat? Nichts! In vielen Fällen ist die “Versuch macht Klug” Methode für einen selbst eine sinnvolle Herangehensweise. Solange man die Versuche auch wissenschaftlich an sich selbst exekutiert!
Was mit Ernährung, dem eigenen Lebensstil und der Unterstützung von Nahrungsergänzungsmitteln und Probiotika dann auch weitestgehend gefahrlos möglich ist, sofern man sich hier ausreichend fortbildet. Vor allem, wenn man sich selbst mit Messen, Prüfen und Nachhalten Schritt für Schritt voran bewegt und nicht mit der Methode viel hilft viel, alles gleichzeitig versucht zu prüfen.
Immer daran denken, wir waren auch mal überzeugt davon und zu 100% sicher, dass die Erde eine Scheibe ist, bis sich herausgestellt hat, dass das gar nicht stimmt!